Ein Missionswerk wird zum Bildungsunternehmen und gestaltet den Wandel

Als gemeinnützige Bildungsorganisation, die in ihren verschiedenen Formen des informellen und schulischen Unterrichtens auf christliche Werte baut, stellte sich bezüglich der aktuellen Flüchtlingssituation TeachBeyond folgende Frage: „Was sind uns die Geflüchteten in unserer Region eigentlich wert? Wie können wir sie spüren lassen, dass sie in Gottes und unseren Augen geliebt sind wie wir selbst?“

Die Antwort fiel sehr konkret aus und mündete in drei Projekten, darunter einem Wohnprojekt. Bei der „Integrativen Hausgemeinschaft“ in Malsburg bei Kandern geht es darum, mehr als nur Wohnraum zu bieten, nämlich einen nachhaltigen, relevanten Beitrag zu leisten. Ein sogenanntes „Dorm,“ ein Schülerwohnheim der Black Forest Academy (BFA), war gerade frei geworden und stand zur internen Vermietung an Mitarbeiter bereit. Konzeptionell liegt das Hauptaugenmerk beim Projekt auf einem Begleitungskonzept, zu dem TeachBeyond zwei Mitarbeiterinnen fest anstellte. Diese bilden sich derzeit zur Integrationsbegleitung am Europäischen Institut für Integration, Migration und Islamthemen (EIMI) fort.


Über feste Präsenzzeiten in der Hausgemeinschaft soll das Leben mit den Flüchtlingen geteilt werden.

Seit Anfang Februar ist das Haus mit 18 von 20 Geflüchteten aus Syrien und Bosnien, darunter Familien, Ehe- und Geschwisterpaare bewohnt. Fast alle sprechen Englisch, manche sogar schon etwas Deutsch. „Manche sind aufgeschlossen, manche durch schlimme Erfahrungen zurückhaltender, aber wir sind so dankbar für jede/n und freuen uns auf die gemeinsame Zeit, die wir nutzen wollen, um von- und miteinander zu lernen,“ so Leiterin Susanne Seywald. Unterstützt wird die Hausgemeinschaft von einem  Helferkreis, den die lokale Pfarrerin koordiniert. Die Sozialberatung erfolgt durch einen Kooperationsvertrag mit dem Diakonischen Werk. Zunächst sind Behördengänge, Schul- und Kursanmeldungen und verschiedene Leistungen zu beantragen. Im Rahmen von Alltagsbegleitung will das Begleitteam im ersten Schritt das Ankommen im neuen Zuhause unterstützen und viel Zeit und Gelegenheiten zum besseren Kennenlernen und Einleben geben. Schon nach den ersten Tagen wurde man von syrischer Gastfreundschaft überrascht und genoss ein gemeinsames Mahl.

„Managing your daily life in Germany/den Alltag in Deutschland meistern“

In Zusammenarbeit mit einem der größeren Flüchtlingsvereine der Region entsteht derzeit ein modulares Lernprogramm. Dabei sollen Geflüchtete  praxisorientiert  geschult werden, wichtige Dinge des Alltags und des Lebens in Deutschland verstehen und anwenden zu lernen. Sie sollen sich schnell und besser in der für sie fremden Kultur und in der deutschen Gesellschaft zurechtfinden. „Erwartungen an die Geflüchteten vonseiten der deutschen Helfer, der Bevölkerung, von Amtspersonen und anderen Bezugspersonen können vielfach gar nicht erfüllt werden, weil die Menschen aus anderen Kulturkreisen keine Kenntnisse über die Regelungen unserer Gesellschaft besitzen. Mit vielen für uns selbstverständliche Alltagssituationen kommen sie nicht klar,“ so Seywald. Im Laufe des letzten Jahres sind wiederkehrende Themengebiete aufgetaucht, die die Grundlage des Programms bilden. „Derzeit gehen wir von einer Dauer von ca. 10-12 Wochen aus, bei einem Modul pro Woche. Der Kurs kann aber auch als Block-Seminar gleich zu Beginn der Ankunft der Flüchtlinge erfolgen, wenn diese noch keinen Sprachkurs machen oder in Etappen,“ so Seywald.

Berufsvorbereitendes Computer Training für Flüchtlinge

Eine wichtige Säule der Integration von Geflüchteten stellt die Vermittlung in den Arbeitsmarkt dar. Eine Bewerbung und den eigenen Lebenslauf selbst verfassen, Briefe und E-Mails schreiben, im Internet recherchieren, um an relevante Informationen zu kommen sind wichtige Tools.


Viele hatten in ihrer Heimat nie die Möglichkeit, einen Computer zu nutzen. In Deutschland jedoch wird der sichere Umgang mit dem PC bei jungen Menschen quasi vorausgesetzt. TeachBeyond ist der Meinung, dass jeder Mensch ein Recht auf Bildung hat. Es will dies in einem vertrauensvollen und für sie ermutigendem Lernumfeld ermöglichen und hat deshalb mit wöchentlichen Computerkursen begonnen, einen leichten Einstieg in die IT-Welt ermöglichen.

 

Wer ist TeachBeyond Deutschland und Schweiz?

Mit Schulprojekten und Bildungsdiensten in den Bereichen Musik, Kinder- und Jugendfreizeiten, Lehrertrainings und Schulungen für Gemeinden ist TB weltweit in über 30 Ländern tätig. Sein Mission Statement lautet: „Als engagierte Christen wollen wir in der Welt einen Unterschied bewirken, indem wir Bildung für alle Menschen ermöglichen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf ganzheitlicher persönlicher Veränderung und nachhaltigem Nutzen für die Gesellschaft.“

Zu den Arbeitszweigen gehören derzeit die Musikakademie  Schallwerkstadt (SWS) in Holzen, sowie die Internatsschule Black Forest Academy Kindern mit über 300 Schülern aus 60 Nationen.  Eine theologische Abteilung mit einem riesigen Netzwerk und Kooperationen, sowie Camps und Jugendfreizeiten sowie ein Tonstudio in Kandern gehören dazu. Neu hinzu gekommen sind eine Bed&Breakfast Pension in Kandern sowie die Integrative Hausgemeinschaft für Flüchtlinge in Malsburg/Marzell. Zu TeachBeyond Schweiz zählt das „Léman International Academy.“

 

Die Zukunft der Kirche ist eine europäische Angelegenheit

Die Zukunft der Kirche ist nicht nur eine deutsche Angelegenheit, sondern auch eine europäische bei denen unterschiedliche Organisationen, Denominationen und Initiativen zusammen kommen. So auch durch EuroChurch.net, einer Plattform für Dialog und Förderung von Konferenzen und Tagungen. EuroChurch https://www.eurochurch.net bringt Akademiker, Leiter und Praktiker zusammen, um die Arbeit von Lesslie Newbigin weiterzuführen. Er fragte:


Wie kommt es wieder zu einer missionarischen Begegnung zwischen Evangelium und Kultur?

TeachBeyond ist durch seinen Mitarbeiter, Benjamin Rudolph, Teil des Komitees und unterstützt so die Initiativen von EuroChurch. So auch bei dem vergangenen Vorbereitungstreffen in Birmingham. 2017 wird es wieder eine EuroChurch Konferenz in Deutschland geben, in die wir unser Know-how von neuen Konferenzformaten, Lernmethoden und inhaltlichen Beiträgen einbringen werden. Die Teilnehmer sollen über die kognitive Ebene hinaus neue Lernerfahrungen machen und Möglichkeiten der Vernetzung bekommen. Das Datum für die Konferenz wird noch bekannt gegeben.

Benjamin Rudolph reiste von seinem Meeting mit EuroChurch von Birmingham  weiter nach Hannover, wo er gemeinsam mit Björn Wagner zum Runden Tisch Fresh-X, wo sich ca. 30 verantwortliche Leiter aus Landes- und Freikirchen und unterschiedlichen Organisationen trafen. Diese Tage waren voll von inspirierenden Begegnungen und wertvollen Beispielen von frischen Gemeindeformen in ganz Deutschland. Teil dieser Bewegung zu sein, ist für TeachBeyond Mitarbeiter Björn Wagner und Benjamin Rudolph sehr ermutigend und bestätigt, dass es in Zukunft weiterhin wichtig sein wird, dass wir konfessionelle Grenzen überwinden, zusammenrücken und gemeinsam für die Zukunft unserer Kirchen beten. Es gilt, neue Wege zu finden, die Menschen unserer Zeit zu erreichen.


Wir müssen konfessionelle Grenzen überwinden!

Die Gruppe bekam in Kleingruppen Einblick in bestehende Entwicklungen, Themen und Projekte. Bob und Mary Hopkins aus der anglikanischen Kirche waren an diesen Tagen auch dabei und ermutigten die Teilnehmer, durch biblische Betrachtungen und ihr eigenes Lebenszeugnis.

„All staff, get together!“ Ein neues Gefäß für die 33 Mitarbeiter bei TeachBeyond Deutschland

Das „All staff get-together meeting“ ist eine neue Erfindung bei TB Deutschland, das wie der „news Ticker“ die internen Kommunikationskanäle verbessern helfen und gestalten soll. 

Beim Meeting gestern verwiesen die beiden Geschäftsführer Markus Becker und Frank Moll auf die Vision, die Grundlage aller Arbeit ist. Eine Vision ist etwas anderes als ein Ziel. Das Ziel klärt: „Was mache ich?“ Hingegen beantwortet die Vision die Frage: „Wofür lebe ich?“ Frank Moll hat in diesem Zuge das offizielle Vision Statement von TB Deutschland überarbeitet, mit dem Ziel,  dies für alle leichter zugänglich zu machen und zur Herzenssprache einzelner Mitarbeiter werden zu lassen. Es lautet:


„Menschen durch Bildungsdienstleistungen in eine lebensverändernde Beziehung mit Jesus führen!“

Von Natalie  Rudolph erhielt das Team einen Bericht zum Haus Blauen. 18 Menschen leben inzwischen dort. Die beiden Mitarbeiterinnen für die integrative Hausgemeinschaft Susanne Seywald und Natalie Rudolph sind vielseitig beschäftigt. Behördengänge, Arztbesuche, Anträge für Harz IV und BaFöG, Einkäufe, Helferkreis mit anderen koordinieren gehören dazu.  Benny Rudolph, Leiter von „Leap Network,“ der Abteilung Theologie, beeindruckte mit einer Vielzahl von Partnerorganisationen, mit denen Leap inzwischen zusammenarbeitet. Dazu zählen der Gnadauer Verband, Fresh X, IWG, und weitere.


„Dazu zählen der Gnadauer Verband, Fresh X, IWG, und weitere.“

Wie es sich für eine christliche Community gehört, wurde viel gesungen und gebetet. Simone Moore berührte viele mit Songbegleitung und eingängigen Texten. Das Fazit von George Matthews, verantwortlich für Personalentwicklung mutet zuversichtlich an: „Das Treffen gestern war insgesamt ein guter Start in eine neue Art der Mitarbeiterbegegnung!“ Katherine Koop, zuständig für Member care bei TB Deutschland kochte für das Team eine leckere Borscht. Dankeschön!


„Das Treffen gestern war insgesamt ein guter Start in eine neue Art der Mitarbeiterbegegnung!“

Ein Beitrag von George Matthews und Richard Moore, in Kooperation mit Dorothea Gebauer. Photographie: Nigel Spencer.

 

 

Die Musik – DNA von TeachBeyond, ehemals Janz Team lebt und entwickelt sich weiter 

Eine der meist gestellten Fragen im Zuge der Veränderung von „Janz Team“ zu „TeachBeyond“ ist unter anderem diese: „Was ist aus eigentlich aus dem Janz Team Studio geworden?“  Die Antwort lautet: Es gibt dieses immer noch! Es nennt sich inzwischen das „JanzTonstudio“ und ist  in die Arbeitsbereiche A, B und C unterteilt. Das „Tonstudio A“  ist das Haupt-Tonstudio, unter der Leitung von Greg Davis. Dazu zählen drei unabhängige Aufnahmeräume. Das „Tonstudio B“ steht unter der Regie des „Senior-Tontechnikers“  John Dueck, der bereits über 50 Dienstjahre für die Organisation TeachBeyond, ehemals Janz Team unterwegs  und für die Digitalisierung und Restaurierung alter Tonbandaufnahmen zuständig ist. Das „Tonstudio C“ ist damit beauftragt, das Editing, die digitale Schnitt- und Tonaufbereitung für das Studio A zu begleiten und steht unter der Leitung von Heinrich Reisich.


 

„Wir drei schauten uns ungläubig an und schrien dann laut: Halleluja!“

Zu den Kunden des Janz Team Studio gehören der neu entstandene Bildungszweig von TeachBeyond die Musikakademie SchallWerkStadt und die Band Proclaim!, sowie eine der größten Worship-Band im Südwesten Deutschlands. Ganz aktuell hat wunderbarerweise „Biblica“, ein großes amerikanisches christliches Werk angefragt. „Biblica“  hat für sich das Mandat gefasst,  Hörbibeln in vielen Sprachen herzustellen und diese in der ganzen Welt zu verbreiten.  „Gerade sprachen wir darüber, wie interessant es doch wäre, auch mal eine Hörbibel zu produzieren. Etwa drei oder vier Tage nach unserem Gespräch kam die telefonische Anfrage von Biblica. Wir drei schauten uns ungläubig an und schrien dann laut Halleluja!“, so Heinrich Reisich.  Dieser Auftrag fordert samt Vorbereitungen mehr als 6 Monate konzentrierte Arbeit. Viele talentierte Sprecher sind bereits durch den Castingprozess gegangen. „Gut, locker, erzählend zu lesen ist eine Knochenarbeit!“ so Reisich. Zwei der begabtesten Stimmen wurden inzwischen ausgewählt. Mitte Februar wird es mit den Aufnahmen losgehen.


„Gut, locker, erzählend zu lesen ist eine Knochenarbeit!“

Wir wollen guten christlichen Musikern dienen 

Das Janz Tonstudio freut sich darauf, noch viele gute Musiker, Sprecher, Rapper, DJs in seinen Räumen begrüßen zu dürfen und wirklich coole Aufnahmen machen zu können.  Neben den Aufnahmen zählt aber auch das Fachsimpeln unter Musikern, gute Beziehungen zu glaubenskritischen Musikern zu knüpfen, oder auch junge christliche Musiker in ihrer Arbeit zu ermutigen zu den Prioritäten des Studios. JanzTonstudio will Gott auf seine Art dienen. Unter Musikern. „Vielleicht lautet unser Claim in etwa so: Immer mehr christliche Musiker – Missionare!“ reflektiert Heinrich Reisich.

Ein Blick zurück: Jede Schallplatte ist ein Missionar! 

TeachBeyond hat viele Veränderungen durchlaufen. 60 Jahre lang stand auf ihren Fahnen „Evangelisation mit Musik.“ Gemeinsam mit einzelnen Gemeinden, mit der Gemeinde-Allianz vor Ort, über Pop- und Rock Konzerte, Gospel-Pop-und-Danceflor-Chorkonzerte, oder Musik-Workshops.  „Anfänglich starteten wir Kassetten- und Schallplattenaufnahmen in unserem Tonstudio,  mit großen Tonbandmaschinen,“ erinnert sich Reisich. Schließlich folgte der Übergang ins digitale Zeitalter und den CD-Aufnahmen, bis ins aktuelle HD-Recording. „Jede Schallplatte – ein Missionar!“ war die inzwischen sehr fromm klingende Devise des Missionswerkes und des Janz Team Studios. Die Zeit blieb nicht stehen. Im Zuge der Veränderungen in den Gemeinden, in der veränderten Denke über Evangelisation, änderte sich auch der Auftrag und der Name des Werkes.

„Anfänglich starteten wir Kassetten- und Schallplattenaufnahmen in unserem Tonstudio, mit großen Tonbandmaschinen!“

Die DNA des Werkes lebt

Von Janz Team zu TeachBeyond. Die Konzentration auf die weltweite christliche Bildung hat verschiedene Zweige der vergangenen Dienste gestoppt, aber dafür neue Dienstzweige entstehen lassen. „Doch Gott sei Dank, die Musik als die DNA unseres Werkes blieb nicht auf der Strecke!“ resümiert Reisich.

Ein Beitrag von Heinrich Reisich und Dorothea Gebauer