Vierteljährliches Mitarbeitertreffen hat sich bewährt und wird sehr geschätzt

TeachBeyond Deutschland: das ist viel, viel mehr als BFA oder die SchallWerkStadt

Was wenig bekannt ist, ist dass TeachBeyond Germany über 50 Leute außerhalb der Black Forest Academy in aktiven Diensten unterwegs sind. Allen bekannt ist die SchallWerkStadt. Weniger bekannt aber ist, dass Mitarbeiter Alec und Jan Forman mit ihrem Buch „Strangers like Angels“   Vortragsabende durchführen. Es lohnt sich durchaus, auf ihre website zu gehen um darüber mehr zu erfahren. Bei dieser riesigen Bandbreite an Aktivitäten schien es der Leitung sinnvoll zu sein, regelmäßige Mitarbeitertreffen zu inszenieren, um die Arbeit aller Mitarbeiter kennenzulernen, mitzutragen und regelmäßige Infos aus der Leiterschaft er erhalten. Auch wenn die ersten Meetings Raumprobleme aufwiesen, die Zeitdisziplin schwierig schien oder Übersetzungsarbeit Mühe kostete, die Arbeit für ein Zusammenkommen lohnt sich sehr.


Feed-backs hören sich so an: „Ich mochte es, neben Leuten zu sitzen, die ich sonst nicht sehe oder treffe.“ Der verantwortliche Mitarbeiter George Matthews sieht sich ermutigt, an den vierteljährlichen Meetings festzuhalten und an ihrem Konzept weiterzufeilen.

Für unsere nordamerikanische Community:

A little known fact about TeachBeyond Deutschland is that over 50 people are active in ministries outside of Black Forest Academy. A better known example is the music academy SchallWerkStadt. A lesser known example is Alec and Jan Forman’s “Strangers like Angels” book and speaking engagements (it is worth checking out the website to learn more!). They are currently in England and this weekend will be presenting  their book at an event where 5,000 people will be visiting – it’s all about Land Rovers. Jan says: „We are praying to have interesting conversations with many folk and hope to sell many books too.“

With such a diverse range of activities we decided to introduce regular staff-meetings as a way to keep in touch with other and receive updates from leadership. Despite some room for improvement in the areas of translation and time-keeping, feedback from the first event in February was positively encouraging.


“I loved sitting with people I don’t normally see” wrote one attendee. Responding to the statement “I am happy to attend another event of this kind” 6 people said “Agree” and 13 “Strongly Agree”. With this in mind the staff meetings will continue on a quarterly basis. Responding to the statement “I am happy to attend another event of this kind” 30% people said “Agree” and 70% “Strongly Agree”. With this in mind the staff meetings will continue on a quarterly basis.

„See yourself. See God. Be visible.“ Als Musiker authentisch leben – wie geht das?

Interview mit Silvia Eglès, Musikerin, Dipl. Pädagogin an der SchallWerkStadt

Wie verlief dein Weg in die Musik?

Sie hat von Anfang an mein Leben geprägt. In meiner Herkunftsfamilie wurde viel gesungen und gespielt. Es gab natürlich oft Diskussionen über Stilfragen. Persönlich habe ich ein sehr genaues Gehör von meinem Vater geerbt und war immer eine gute Chorstimme. Sauber und unauffällig. Leider hatte ich in Bezug auf Musik und Christen die Erfahrung gemacht, dass die „Qualität“ bei den „Freikirchlern“ oft sehr mittelmäßig war, obwohl das Herz für Gottes Sache groß war. Die musikalisch wirklich reizvollen Chorprojekte fand ich in der katholischen Kirche, wo die Texte der klassischen Stücke der absolute Hammer waren, ich aber um mich herum kaum jemanden wahrnahm, dem die Begeisterung über Gottes Größe ins Gesicht geschrieben war. Diese Diskrepanz zwischen krassem Gott und gelangweilter Musik hat mich echt beschäftigt. Dass Gott in Sachen Musik noch etwas mehr mit mir vorhätte, hab ich lange nicht kommen sehen. Mit 17 war ich zum ersten Mal auf eine „One Accord Tour“ vom Janz Team mit Danny Plett dabei. Für die, die das noch nie gehört haben, kann man dieses Projekt als „Adonia für junge Erwachsene“ ohne Schauspielerei umschreiben. Ich war selbst überrascht, dass ich da ein Solo singen durfte und war erstaunt, dass Menschen meine Stimme mochten.

Auf diesen Touren mit Danny Plett kam endlich zusammen, was zusammen gehört: Das Streben nach Exzellenz, wirklich hart zu üben, um das Beste für Gott geben zu können und die Begeisterung für den Glauben überfließen zu lassen. In dieser Zeit lernte ich schon meinen Mann Marc kennen, der damals schon beeindruckend gut an der Gitarre war. Wir gründeten mit Freunden unsre erste Band. Jahre später studierte Marc für ein Jahr in Memphis am „Visible Music College“, danach schloss ich meine Soz. Päd. und Sonderpädagogik Studium ab und wir fragten Gott, was er denn noch mit uns vor hat. Daraufhin fragte uns Danny Plett, ob wir nicht als Songwriter-Paar in der Musikabteilung des damaligen „Janz-Teams“ mitarbeiten wollen. Und da war ich plötzlich Musikerin von Beruf. Es war eine intensive Zeit. Wir haben einige CD’s veröffentlicht, viel gespielt, waren mit tollen Berufsmusikern unterwegs.

Der Bedarf nach musikalisch und geistlicher Förderung für Künstler wurde uns in dieser Zeit immer wieder stark bewusst. Wir lernten kennen, wie hart das Leben der freischaffenden Künstler ist. Wie schwer es ist, verbindliches Christsein und Gemeinschaft zu leben, wenn man jedes Wochenende unterwegs ist. Wir haben manche Leute getroffen, die eine tiefere und gründlichere Vorbereitung gebraucht hätten, bevor sie in dieses Leben als Musiker einsteigen.


Seit der Gründung der SchallWerkStadt unterrichte ich das Fach „geistliches Leben“, weil ich gerade dieser Frage „Was braucht es, um eine starke Persönlichkeit zu werden, die Gott irgendwo gebrauchen kann“ mit unseren Studenten nachgehen will.

Inwiefern prägt Musik eigentlich unser Leben?

Die Entwicklungen in unserer Welt und Jesu Aussagen, dass Gottes Reich hier in dieser Welt schon begonnen hat, bringen uns in die Auseinandersetzung, wie das zusammenpasst. Ich glaube, dass sich Gottes Reich in all dieser Zerbrochenheit dann ausbreitet, wenn seine Kinder in dem leben, das er in sie hineingelegt hat.  Für künstlerisch begabte Menschen bedeutet das, dass sie als Persönlichkeiten reifen und Schätze entwickeln, um sie weiterzugeben.


Diese Welt und unsere Gemeinden brauchen das, was Kreative zu geben haben, um Gott zu begegnen.  Es geht ein großer Schatz verloren, wenn die Kunstschaffenden nicht in Freude, Mut, aber auch Einfühlungsvermögen das weitergeben, was in ihnen steckt.Gott hat uns mit so vielfältigen Gaben ausgestattet, dass alle Gleichmacherei ein Hohn an seine Kreativität ist. Erinnern wir uns an die Stelle wo Paulus sagt, dass wir ein Leib mit vielen Gliedern sind. Wenn Lobpreis und Anbetung bei jedem gleich klingen, dann machen wir irgendwas falsch. Wenn wir Texte in Kategorien von christlich und weniger christlich einteilen, dann bilden wir Beurteilungsschablonen, die rein gar nicht dem Herz und der Berufung des Künstlers gerecht werden.

Was soll eigentlich die Trennung zwischen christlicher und weltlicher Musik? Wie wäre es mit einer Differenzierung in inspirierende  und  uninspirierende Musik in ehrlich – originell oder billig- nachgeplappert?

Sowohl in der christlichen Welt als auch im säkularen Bereich haben wir es mit viel Verlogenheit und Masken zu tun. Deshalb ist nichts so wichtig, wie dass ein Musik- und Kunstschaffender seinen Charakter und seine Persönlichkeit kennt und schärft, um seinen Platz einzunehmen, da wo er hinkommt.

Unsere Partner Schule in Memphis arbeitet nach dem Motto: „See yourself. See God. Be visible“ und das ist genau der Kern von authentischem Christsein als Künstler in dieser Welt:

1. Sieh dich selbst. Wir dürfen uns selbst kennenlernen, mit allen Besonderheiten, Stärken und Schwächen, wir dürfen auch die unangenehmen Wahrheiten anschauen, daraus kommt Wachstum.

2. Sieh Gott – wir dürfen Gottes Wesen und seine Absichten und Gedanken für uns und unsere Umgebung mehr und mehr erkennen. Diese Momente können ganz neue Weichen stellen. Können unsere Sicht auf alles verändern. In diesen Momenten können wir Aspekte unserer Berufung erfahren.

3. Sei sichtbar – wir dürfen aus dieser Identität und Beziehung heraus sichtbar und hörbar leben. Das hat eine Wirkung auf die Menschen um uns herum. Je ehrlicher und klarer wir durchs Leben gehn, desto klarer kann Gott sich durch uns zeigen.

Christine Caine hat den Satz geprägt: „Scheinwerferlicht tötet.“ Du kannst nur unbeschadet im Scheinwerferlicht stehen, wenn das Licht, das in dir ist, heller strahlt als das Licht, das von aussen auf dich trifft. Denn dieses Licht, von dem Christine Caine spricht, das braucht Zeit, das entsteht in Schwierigkeiten, wo wir Krisen allein mit Gott ausmachen müssen, es jeweils so viel heller, wie unsere Beziehung mit Gott wächst.. Matt Redman hat in einem Kapitel des Buchs „The heart of worship“ die Geschichte von David umrissen und gesagt, dass Davids Größe und Treue zu Gott in der Einsamkeit auf den Feldern bei den Herden wachsen musste. Er sang seine Lieder nur für Gott. Und weil ihm diese Zweisamkeit mit seinem Gott so viel wichtiger als alles andere wurde, konnte er später der beliebteste und mächtigste Mensch der damaligen Welt werden, ohne größenwahnsinnig zu werden. Matt Redman vergleicht unser Leben mit einem Segelboot. Das Boot ist nur dann seetauglich, wenn das Gewicht des Teils das unter der Wasseroberfläche liegt, schwerer als alles andere ist, das darüber liegt. Wenn es nicht so ist, wird es bei jedem Sturm hoffnungslos untergehen. Wir brauchen diese Zeit im Verborgenen mit Gott, um den Stürmen des Lebens standhalten zu können.

Was rätst du Leuten, die Sänger, Musiker oder Songwriter werden wollen? 

Der Weg lautet: üben, üben, üben. Ich sage immer: Messe dich nicht an deinem Jugendkreis, spiele die Licks von richtig guten Musikern nach. Lerne Klavier und Musiktheorie. Es gibt manche erfolgreiche Künstler, die das nicht können, aber sie haben es einfach viel schwerer. Eine Ausbildung/Studium anstreben, die dich genau in dem Bereich ausbildet, das dein Ding ist (Popakademie, Deutsche Pop, Dinkelsbühl, the school Hamburg. Und warum nicht die SchallWerkStadt in Holzen?

Sind denn Begabung und Fertigkeiten Gegensätze? 

Wir lernen ein Leben lang. Wir sind wandlungsfähig. Unser Charakter ist nicht so leicht wandlungsfähig. Dieser wird durch unsere Familie, unsere Kindheit und durch die täglichen Entscheidungen geformt. Wenn wir erst mal erwachsen sind, fällt uns Veränderung viel schwerer. Aber er ist das, was ganz stark auf unsere Umwelt wirkt. Ich war schon mit Leuten musikalisch unterwegs, die Wahnsinns Musiker waren, aber charakterlich so anstrengende, ich-bezogene Zeitgenossen waren, dass ich für eigene Projekte lieber Musiker angefragt/gebucht habe, die gute Musiker und tolle Persönlichkeiten waren. Deshalb hab ich noch eine Botschaft an alle Künstler: Bittet Gott, euch in seine Charakterschule zu nehmen. Seid bereit dafür, von ihm und anderen Menschen „geschliffen“ zu werden. Weicht schweren Aufgaben oder solchen, die keiner sieht, nicht aus. Stellt euch schmerzhaften Prozessen in eurem Leben. Sucht euch einen reifen Menschen, mit dem ihr offen über eure Schwachstellen sprechen könnt. All das ist so unglaublich wertvoll in eurer charakterlichen Entwicklung. Wenn ihr Gott erlaubt, in euren jungen Jahren zu prägen, dann ist im Grunde egal, was ihr später macht. Er kann auch für alles gebrauchen.

Quellen und hilfreiche Literatur

zu Anbetung als Lebensstil:

Redman, Matt: the unquenchable Worshipper, Regal Books, 2001 (Deutsche Übersetzung: The heart of worship)

Noland, Rory: Das Herz eines Künstlers, Gerth Medien 2002

zu Charakter und Emotionale Reife:

Scazzero, Peter: Glaubensriesen Seelenzwerge? Brunnen Verlag Gießen, 2008