In Asien gibt es einen großen Hunger nach Bildung, und Lehrkräfte aus dem Westen sind willkommen!

Crashkurs in interkultureller Kompetenz gefällig? Einer unserer Mitarbeiter blickt auf viele Jahre Auslandserfahrung zurück und erklärt, wie wichtig es ist, in Kulturen wie der in Afrika oder Asien eine demütige und dienende Haltung einzunehmen. 

„Seit meine Frau Marianne und ich 1980 nach Kinshasa gezogen sind (Demokratische Republik Kongo, damals Zaire genannt), lebten wir nur für insgesamt 3 Jahre in unserem Heimatland Schweiz. Unseren letzten großen Einsatz erlebten wir 2009-2014 in China, als wir bereits Großeltern waren.

Ein erster wichtiger Punkt für eine gute Zusammenarbeit betrifft unsere persönliche Haltung. Hier hat mich eine Bibelstelle besonders herausgefordert:

Rechthaberei und Überheblichkeit dürfen keinen Platz bei euch haben. Vielmehr sollt ihr demütig genug sein, von euren Geschwistern höher zu denken als von euch selbst. Jeder soll auch auf das Wohl der anderen bedacht sein, nicht nur auf das eigene Wohl. Das ist die Haltung, die euren Umgang miteinander bestimmen soll; es ist die Haltung, die Jesus Christus uns vorgelebt hat. (Philipper 2,3-5)

Besonders in afrikanischen oder asiatischen Kulturen sind Personen stark auf gute Beziehungen bedacht und empfinden intuitiv, mit welcher Haltung man ihnen gegenübertritt. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich mich als Lehrer oder Experte fühlte, also als jemand, der mehr weiß oder der es besser weiß als die Menschen vor Ort. Das führt schnell zu einer Haltung der Überlegenheit. Ich musste bewusst lernen, von meinen einheimischen Freunden höher zu denken als von mir selber, und ich musste als Lernender auftreten, nicht nur als Lehrender.

Um über Grenzen hinweg gut zusammenarbeiten zu können, ist eine gründliche Betrachtung des lokalen Umfeldes wichtig. Mir sind folgende Aspekte besonders wichtig geworden:


Kulturelles Umfeld: Zuerst fallen die äußerlichen Unterschiede auf. Menschen sehen anders aus, essen anders, kleiden sich anders, usw. Unter dieser Oberfläche sind die menschlichen Grundbedürfnisse gleich. Es geht um Liebe, Annahme, Anerkennung, Schuld und Sühne. Wenn wir auf diese Ebene gelangen können, ist ein echter Austausch möglich.


Soziales Umfeld und Beziehungen: Die Familie hat in China einen sehr hohen Stellenwert. Wichtig ist es, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Man muss das Gesicht wahren können und mit der Hilfe eines Netzwerks von Beziehungen vorwärtskommen.


Wirtschaftliches Umfeld: In China ist die Wirtschaft stark vom Materialismus geprägt. Es gibt viele Wanderarbeiter mit wenig sozialer Absicherung, aber auch Leute, die oft die Stelle wechseln. Im Land ist viel verfügbares Kapital vorhanden, das zu Investitionen im In- und Ausland genutzt wird.


Gesetze und Regeln: Das Parlament hat fortschrittliche Gesetze hin zu einer Zivilgesellschaft verabschiedet, aber die Umsetzung ist langsam. Es gibt mächtige Clans, viel Korruption, aber in neuerer Zeit auch konsequentere Korruptions-Bekämpfung.


Geistliches Umfeld: Es ist eine große Sehnsucht nach dem Jenseitigen und Übernatürlichen zu spüren. Zu theologischen Fragen und zum Wirken der Kirchen habe ich ein Buch verfasst: Entwicklungen im Verständnis der Rechtfertigungslehre in China (Verlag für Kultur und Wissenschaft, Bonn 2010).


Potenzial zur Zusammenarbeit: Es gibt einen großen Hunger nach Bildung, und Lehrkräfte aus dem Westen sind willkommen. Im Moment gibt es großen Bedarf an deutschsprachigen Lehrern für die Fächer Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften.

Dr. Peter Regez ist bei TeachBeyond (früher als Janz Team bekannt) zuständig für Bildungsprojekte in West- und Osteuropa sowie Afrika. Er hat weiterhin mit internationalen Schulen in China zu tun. Kontakt:

Eine riesige Aufgabe: Christliche Schulen in der Demokratischen Republik Kongo gründen

„Eglise du Christ au Congo“ (ECC) ist der Dachverband aller protestantischen Denominationen und Werke in der Demokratischen Republik Kongo. Insgesamt haben alle diese Denominationen und Werke die Aufsicht über 18‘500 Schulen im Land.

Im Jahr 2010 hat die Synode der „Eglise du Christ au Congo“ (ECC) beschlossen, dass diese Schulen nicht nur dem Namen nach christlich sein, sondern wirklich biblische Werte im Lehrplan integrieren und den Glauben praktisch leben sollten.Verschiedene Werke wurden angefragt, sich an dieser riesigen Aufgabe zu beteiligen. TeachBeyond beschloss, sich zu beteiligen und sich mit anderen dieser riesigen Aufgabe zu stellen.

Dr. Peter Regez, Leiter für TeachBeyond Europa, Asien und Afrika hat den leitenden Bischof der ECC Monseigneur Nyamuke getroffen und korrespondiert seither mit ihm.  TeachBeyond hat es sich zur Aufgabe gemacht, in der Hauptstadt Kinshasa eine Modellschule aufzubauen und dort Lehrer anderer Schulen im Rahmen von Seminaren weiterzubilden.
Treibende Kraft für den Aufbau dieser Schule ist Mitarbeiterin Tammy Peters.

Gestartet wurde letztes Jahr im September mit einem dreijährigen Kindergarten, und in diesem Herbst kommt die erste Klasse dazu.  Danach, so Gott will, kommt jedes Jahr eine weitere Klasse hinzu. Tammy Peters, Mitarbeiter von TeachBeyond ist mehrmals im Jahr in Kinshasa, um die Arbeit zu begleiten und zu betreuen.