„Jeder von ihnen hat ein Gesicht!“

„Lebensreise“ ist ein Projekt, das traumatisierten Geflüchteten über Kunst hilft, ihren Gefühlen näher zu kommen und diesen Ausdruck zu verschaffen. Innerhalb von vier bis sechs Wochen werden in kleinen Gruppen 4-6 Einheiten mit künstlerischen Aktivitäten durchgeführt. Der Ort ist die Gemeindestube in Marzell, gemeinsam mit einer Künstlerin. Initiantin ist Natalie Rudolph von TeachBeyond. 

Geflüchteten zu helfen bedeutet, nicht nur Wohnraum und Sprachkurse anzubieten, sondern sich auch intensiv mit ihrer ganzen Person zu beschäftigen. Jeder Mensch hat eine eigene Geschichte und Erlebnisse, mit denen er entweder positive Werte verbindet oder gar traumatische Erfahrungen gemacht hat. Geflüchtete kennen dieses große Spektrum. Es gehört zu ihrem Leben. Geflüchtete sind nicht eine anonyme Masse, sondern jeder von ihnen hat ein Gesicht.


Soziale Arbeit nach christlichem Verständnis sieht den ganzen Menschen und gibt ihm so seine Würde zurück. Diese ist in Gott begründet und versucht, ihn dabei zu begleiten, damit er sich als Ebenbild Gottes verstehen lernt und im christlichen Glauben Hoffnung findet. Wir glauben, dass dieser MehrWert von großer Bedeutung ist, wenn es uns um eine nachhaltige Integration geht.


„Meine Lebensreise“ versucht durch einen ganzheitlichen Ansatz die psychischen, kulturellen und spirituellen Erlebnisse in ein neues Licht zu rücken und durch Kreativität, Kunst und Gemeinschaftsaktionen aufzuarbeiten. Dabei steht der individuelle Mensch im Fokus.

Von Natalie Rudolph, Referentin Flüchtlingsarbeit TeachBeyond