Ein Camp online, vor dem Bildschirm, von zuhause? Vergiss es! So ähnlich dachten wir anfangs auch. Aber was wir auf unserem Virtual Easter English Camp (VEEC) zum Thema Something More erleben durften, macht uns immer noch sprachlos. Aus einer verwegenen Idee (oder verzweifelten Ersatzlösung) mit nur gut zwei Wochen Vorlaufzeit und ohne Erfahrung wurde etwas Überwältigendes, Überraschendes, Historisches – und deutlich mehr als nur ein Ersatz. Es war eine Lehrstunde darin, wie Gott uns beschenkt. 

Wir, das war ein 10-köpfiges Mitarbeiterteam zwischen 17 und 69 Jahren. Zwei Mitarbeiterinnen waren live aus Massachusetts und South Carolina dabei. Viel wichtiger aber waren 19 Camper im Alter von elf bis 14 Jahren, die ab Ostersonntag fünf Tage virtuell an den VEEC-Live-Videokonferenzen teilnahmen. Sie überraschten uns total, nahmen regelmäßig teil, die meisten von ihnen in allen drei Sessions pro Tag. Wir rechneten damit, dass manche mal da sind und mal nicht. Wir dachten, dass vielleicht zwei oder drei sich am Wochen-Projekt beteiligen würden, eine römische Rüstung aus Material in/ums Haus zu bauen. Aber wir täuschten uns gewaltig. 

Auch alle anderen Programmpunkte funktionierten nicht nur, sondern waren richtig stark! Egal ob Englisch-Unterricht, Präsentationen oder Lebensberichte, live oder vorab aufgezeichnet gestreamt, Bibelgespräche, ob Kleingruppen, Workshops oder sogar Sport und Gesang, unzählige Spiele und alle unsere Mitarbeitertreffen… Es war einfach nur erstaunlich, wie viel Camp-Feeling aufkam trotzdem, dass wir nur über Bildschirme verbunden waren.

Es war das erste Virtuelle English Camp aller knapp 50 TeachBeyond-Länder und in mehr als 30 Jahren Camp-Arbeit in Deutschland. Ein wahres Pilotprojekt. Dementsprechend groß war auch das Interesse der Kollegen aus Brasilien, der Schweiz oder Portugal, die virtuell vorbeischauten… Auch wenn wir uns alle ein Ende der Kontaktsperre wünschen und auch wenn die persönliche Begegnung natürlich eine andere Qualität hat, dieses Camp und diese Art Camp muss längst nicht das letzte gewesen sein. 

Die Teilnehmer liebten es und uns eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten und neue Reichweite für unseren Auftrag als Bildungswerk. Und auch eine neue Zielgruppe geriet in unser Blickfeld: Die Menschen, die nie an einem herkömmlichen Camp teilnehmen würden, weil dies nicht ihrer bevorzugten Form sozialer Interaktion entspricht. Faszinierend!